Funksteckdosen mit dem Raspberry Pi steuern

funksteckdosensetEine günstige Methode, heimische Geräte zu steuern und damit in die Thematik Hausautomatisierung einzusteigen, bieten Funksteckdosen. Diese sind bereits für 10-15€ im 3er Set in vielen Baumärkten erhältlich. Die hier gezeigte Methode wurde mit den Systemen der Firma Brennenstuhl erfolgreich getestet, es ist aber höchstwahrscheinlich möglich, dies auf ähnliche Sets anderer Hersteller anzuwenden.

 

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Benötigtes Material

 

Vorgehensweise

1. Funksteckdose konfigurieren
An der Rückseite der Funksteckdose befindet sich mit einer Schraube verschlossen eine Klappe, hinter der sich die Steckdose konfigurieren lässt. Ist die Schraube gelöst und die Klappe geöffnet, besteht nun die Möglichkeit, mit den ersten 5 DIP-Schaltern den sog. Hauscode einzustellen und mit weiteren 5 DIP-Schaltern den Gerätecode. Im Einzelnen:

  • Der Hauscode unterscheidet die einzelnen Systeme (bzw. Gruppen oder Sets) voneinander. So wird verhindert, dass der Nachbar mit einem gleichen System ausversehen unsere Geräte ein- und ausschaltet. Daher wird dringend empfohlen, diesen Hauscode zu ändern. Mit den 5 DIP-Schaltern in beliebiger Einstellung bieten sich somit 32 Möglichkeiten eines Hauscodes an. Dabei bedeutet ein nach oben geschobener DIP-Schalter (ON) eine 1 sowie ein sich unterer Position befindlicher Schalter (OFF) eine 0.hauscodeIn diesem Beispiel wurde der Hauscode 00010 eingestellt.

 

  • Der Gerätecode identifiziert eine einzelne Funksteckdose in einem „Hauscode-Verbund“. Dadurch, dass sich hier nur ein DIP-Schalter in der „ON“-Position befinden darf, ergeben sich maximal 5 Endgeräte pro Hauscode. Sollten mehr Geräte benötigt werden bzw. sind mehr Funksteckdosen vorhanden, müssen mehrere Hauscodes verwendet werden. Das Ergebnis dieser Anleitung kann jedoch beliebig viele Hauscodes steuern.
    Die DIP-Positionen 10000 beispielsweise identifizieren Gerät 1, die Einstellungen 01000 das Gerät 2 usw.geraetecode

 

 

2. Sendemodul anschließen
Falls der Raspberry eingeschaltet sein sollte, diesen nun mittels

herunterfahren und von der Spannungsversorgung trennen.

Nun den Anschluss VCC des Sendemoduls mit einem freien 5 Volt-Port (z.B. PIN 2) des Raspberrys verbinden, den GND-Anschluss mit einem Ground-PIN (z.B. PIN 6) und den DATA Port mit einem freien GPIO-Port (z.B. GPIO 17, also PIN 11). Die PIN-Belegung eures Raspberrys kann je nach Revision variieren, daher empfehle ich für eine Übersicht diese Seite.

P1050726 - Kopie (Medium)

Fehlt nur noch eine externe Antenne, die an den ANT-Anschluss des Sendemoduls angeschlossen wird. Dafür benötigen wir ein Kabel in einer Länge von 17,2 cm.

P1050730 (Medium)

Ein sehr bequemer Weg, diese Verbindungen herzustellen, sind sogenannte Jumperkabel, die sehr günstig in Fernost zu beschaffen sind. Sind alle Anschlüsse hergestellt und kontrolliert, kann der Raspberry nun wieder gestartet werden.
3. Software installieren
Um nun die Steckdosen über das Funkmodul zu steuern, benötigen wir zwei Programme. Es wird davon ausgegangen, dass man als Nutzer „root“ auf dem System angemeldet ist.

  • wiringpi“ erlaubt eine unkomplizierte Nutzung der GPIO Ports und wird wie in diesem Beitrag beschrieben, installiert.
  • raspberry-remote“ stellt das für uns notwendige Binary zum Senden der Ein- oder Aus-Befehle über das Funkmodul zur Verfügung:

 

4. Das Funkmodul benutzen
Nach erfolgreicher Installation lassen sich die Funksteckdosen nun wie folgt ansteuern:

In diesem Beispiel ist die angesprochene Funksteckdose auf den Hauscode 11011 und als 2. Gerät (DIP: 01000) eingestellt und wir mit der „1“ am Ende des Befehls eingeschaltet (Aus=0).

Eigentlich spaßig genug, nun sämtliche Geräte, die mit einer solchen Funksteckdose angeschlossen sind, per Befehlszeile ein- und auszuschalten, jedoch lässt sich diese Systematik natürlich auch noch optisch ansprechend bedienen.

Wie dies zu realisieren ist, zeigt dieser Artikel über die Applikation openHAB.

 

Nachtrag:

  • In diesem Artikel wird beschrieben, wie die Funkleistung des 433MHz-Senders zu erhöhen ist.
  • In diesem Artikel wird beschrieben, wie ein alternativer GPIO-Port genutzt werden kann.